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 Betreff des Beitrags: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 21.03.2008, 15:31 
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Artikel von www.oekonews.at - 15.3.2008

Feuerbrand: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz durch Obstbauern nicht hinnehmen
Renommierte Umweltrechtskanzlei prüft Klagen!

Deutsch Goritz, Sinabelkirchen, Rettenegg, Wien - Der heimische Erwerbsobstbau steht vor einer ernsthaften Bedrohung durch den Feuerbrand. Nach großen Schäden im Vorjahr will das Bundesamt für Ernährungssicherheit heuer erstmals das Antibiotikum Streptomyzin zu dessen Bekämpfung zulassen. Allein in der Steiermark könnte so das Antibiotikum auf einer Fläche von 4.620 ha Obstbau angewandt werden. Steirische Bio-Imker warnen nun vor massiven Auswirkungen dieser Bekämpfungsmaßnahme auf den Bienenbestand und fürchten um das Image ihrer Produkte. Sie fordern die Forcierung von mechanischen Maßnahmen und alternativen Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung der Bakterienerkrankung.

Honig wird kontaminiert
Anders als in Intensiv-Obstplantagen, in denen das Antibiotikum nach wenigen Tagen nicht mehr nachweisbar ist, gelangen Rückstände über den Blütennektar in den Honig. Der auf diese Art und Weise verunreinigte Honig ist nicht mehr verkehrsfähig und soll mit öffentlichen Mitteln aufgekauft und entsorgt werden.

Honigbienenfreie Zone

"Berufsimker werden ihre Bienen aus den betroffenen Gebieten evakuieren müssen. Betroffen sind aber auch unzählige Nebenerwerbsimker, die mit wenigen aber gut über das Land verteilten Bienenvölkern einen beträchtlichen Beitrag zur Bestäubung der Pflanzen leisten. Sie sind meist nicht imstande - im Gegensatz zu ihren Berufskollegen - ihre Bienen aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Die Folge davon wird ein massives ?Imkersterben" mit weitreichenden Auswirkungen auf die Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen sein. Weite Teile der Steiermark werden so zur honigbienenfreien Zone" so Bio-Imker Siegfried Amplatz aus Sinabelkirchen.

Imageschaden für Marke "Steiermark"
Dazu Imkerkollege Johannes Gruber aus Rettenegg: "Von ökologischen Kollateralschäden eines großflächigen Antibiotikaeinsatzes einmal abgesehen, ist eines mit Sicherheit vorhersagbar: Ein gewaltiger Imageschaden für den heimischen Honig. KonsumentInnen lehnen den Einsatz von Antibiotika in der heimischen Lebensmittelproduktion entschieden ab und werden auf Ersatzprodukte zurückgreifen. Die Marke "Steiermark" - als Herkunft von reinen Lebensmittel aus intakter Natur - wird Schaden nehmen."

Keine Bienen, kein Obst

Ergänzend dazu Sergej Stebih aus dem südsteirischen Deutsch Goritz: "Vor allem eines ist für mich unfassbar: dass ein Bauer in Kauf nimmt, dass die Ware von Berufskollegen kontaminiert wird, wenn auch im verzweifelten Versuch, damit seine eigene Haut zu retten. Und was ich weiters nicht verstehe: selbst wenn die Obstbauern mit dem Antibiotikum ihre Bäume retten, werden sie - da die Bienen ausbleiben - keine bestäubten Blüten und in Folge keine Ernte haben."

In der Zwischenzeit wurde eine renommierte Umweltrechtskanzlei mit der Prüfung von rechtlichen Schritten beauftragt. Etwaige Schadenersatzklagen werden ebenso in Erwägung gezogen wie eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof.

Mehr über die Bioimker
Johannes Gruber (Sprecher der Gruppe) bewirtschaftet 60 Bienenvölker nach biologischen Richtlinien im nordoststeirischen Rettenegg. Spezialisierung auf Gebirgswaldhonig aus Einzellagen und besondere Herstellungsweisen. Vertrieb über gehobene Feinkost- und Bioläden.

Siegfried Amplatz aus dem oststeirischen Sinabelkirchen ist Imker im Vollerwerb und mit 500 Bienenvölkern einer der bedeutensten Betriebe des Landes. Vertrieb über Grosshandel, Verarbeitungsbetriebe und regionale Bio-Bauernmärkte.

Sergej Stebih ist Vollerwerbsimker im südoststeirischen Deutsch Goritz. Er seinen 300 Völkern ist er als einer der ersten österreichischen Imker nach bio-dynamischen Richtlinien (Demeter) zertifziert. Der Vertrieb seiner Honige erfolgt über den Naturkosthandel.

Den Orignalartikel könnt Ihr hier nachlesen: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1028981

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 Betreff des Beitrags: Antibiotika gegen Feuerbrand: Imker warnen
BeitragVerfasst: 21.03.2008, 15:46 
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Und hier noch ein Artikel vom ORF-Steiermark:

Antibiotika gegen Feuerbrand: Imker warnen
Steirische Bio-Imker machen gegen den möglichen Einsatz von Antibiotika gegen den Feuerbrand im Obstbau mobil: Antibiotika-Rückstände könnten nicht nur den Honig unbrauchbar machen, sondern auch sein Image schädigen.

Antibiotika als effektives Mittel
Der Feuerbrand wird durch Bakterien verursacht und befällt vor allem Kernobst-Bäume wie Apfel und Birne sowie einige Ziergehölze. Eine Übertragung ist vor allem über die Blüten möglich. Neben der sofortigen Vernichtung betroffener Triebe oder ganzer Bäume, erwies sich bisher lediglich der Einsatz von Antibiotika während der Blüte als effektiv gegen die Verbreitung.

2007 war besonders heftiges Feuerbrand-Jahr
2007 war ein österreichweit besonders heftiges Feuerbrand-Jahr. So mussten laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) alleine in der Steiermark 23 Hektar an Apfelanlagen gerodet werden.

Aus diesem Grunde hat die AGES einen Notfallplan für den Einsatz des Antibiotikums "Streptomycin" ausgearbeitet. Der Plan sieht eine restriktive Anwendung des Medikaments vor. Nur unter für das Bakterium günstigen, feucht-warmen Witterungsbedingen während der Blütezeit der Bäume könnte eine "Gefahr-im-Verzug-Zulassung" für bestimmte Gebiete durch die Landesbehörden erfolgen.

Imker: Imageschaden für heimischen Honig
Kritiker laufen gegen einen solchen Einsatz von Antibiotika Sturm: So würde nicht nur das Obst, sondern auch der Honig eines bestimmten Gebietes durch die Medikamente verunreinigt. Es ergäbe sich ein langfristig wirkender Image-Schaden für den heimischen Honig, mühsam aufgebaute Märkte oder auch Direktverkäufe würden zusammenbrechen, befürchten Imker.

Rechtsanwalt prüft mögliche Klagen
Man habe mittlerweile auch einen Rechtsanwalt beauftragt, etwaige Klagen zu prüfen, so Bio-Imker Johannes Gruber aus Rettenegg.

Gefahr für Wildbienen
Dabei würden sich auch die Obstbauern ins eigene Fleisch schneiden, so Gruber. Schließlich sorgen die Bienen für die Befruchtung der Blüten, ohne den Einsatz der Imker würde es in den Plantagen schon bald kaum mehr Früchte geben. Wildbienen, die in der freien Natur leben und die Bestäubung übernehmen, könnten in der Kulturlandschaft schon lange nicht mehr überleben.

Imker befürworten Behandlung
Die steirischen Imker und Bienenzüchter befürworten hingegen die geplante Behandlung von Obstplantagen mit Antibiotika gegen Feuerbrand. Der Einsatz sei höchsten Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen unterworfen, heißt es.

Den Original-Artikel könnt Ihr hier nachlesen: http://steiermark.orf.at/stories/262658/

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.03.2008, 16:52 
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Für mich sind Katastrophen wie diese Symptome der Unvereinbarkeit primitiven kapitalistischen Denkens und der Natur. Der Primitivkapitalist will Gewinnmaximierung; ein intelligenterer Kapitalismus, wie ich ihn mir vorstelle, will Gewinnoptimierung - und diese berücksichtigt das Umfeld, in welchem dieser Kapitalismus stattfindet, also die Natur.

Die Natur strebt stets Optimierung an; Maximierung ist immer ein Unfall in der Natur, eine Massenepidemie - wie zB die jetzige Massenausbreitung des Feuerbrandpilzes (oder der Varroamilbe bei den Europäischen Bienen).

Ich habe von 1998 bis 2003 in Drais bei Mainz gewohnt. Das ist ein fast reines Obstanbaugebiet. Ich habe gesehen, wie dort Obstbau getätigt wird. Das sind dort alles Hochleistungsbäume, kaum größer als 2 Meter (wegen der leichteren Pflückbarkeit des Obstes), alles in Reih und Glied strammstehend wie beim Militär, sodass die Sprühfahrzeuge bequem durch die Reihen fahren und ihre Gifte versprühen können. Ein Meter vor und hinter dem Stamm ein 2 Meter breiter mit Totalherbizid besprühter Streifen, in dem kein Kraut wächst: reine Wüste! Nach 10 Jahren sind die Bäume sterbenskrank (abplatzende Rinde) und werden durch neue ersetzt.

Mehrmals im Jahr wird gesprüht, was das Zeugs hält. Das kann doch nicht gut gehen! Das sieht der Außenstehende mit dem ersten Blick, nur nicht der "erfahrene" Obstbauer, der sich an diese Arbeitsweise gewöhnt hat.

Dass in derartigem Umfeld schnell der Feuerbrand wütet, ist kein Wunder. Und jetzt sollen neben den Obstkonsumenten auch noch die Imker büßen!?

In meinem neuen Wohnort und dem für seine Streuobstwiese berühmten Mackenrodt (beispielsweise) http://www.erlebnisstreuobst.de/new/willkommen.php gibt es alte, große Obstbäume. Die Früchte schmecken 10 x besser und gespritzt wird meines Wissens nie. Ist auch nicht nötig. Ein Paradies auch für Bienen. DAS nenne ich Optimierung!

Statt um Antibiotika zu streiten, sollte man sich um Wiedereinführung der alten Obstsorten und jahrhundertealte Tradition des Obstbaus bemühen. Das würde zudem auch Arbeitsplättze schaffen - verspricht doch heute JEDER Politiker oder?

joachim


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 Betreff des Beitrags: Optimierung statt Maximierung
BeitragVerfasst: 21.03.2008, 21:31 
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Da schließe ich mich voll und ganz an: Optimierung statt Maximierung - diese Devise gefällt mir!

Der konventionelle Intensivobstbau ist natürlich ein Wahnsinn, wie jede Monokultur.

An alle BienenhalterInnen: Pflanzt Obstbäume, was das Zeug hält!
Ich komme gerade aus meiner oberösterreichischen Urheimat, wo es in den alten Siedlungen glücklicherweise noch ein paar Streuobstwiesen gibt - aber leider gibt es kaum mehr jemanden, der sich darum kümmert... :cry:

franz
(der heute seine ersten 2 Bienenvölker über 700 km durch Schneegestöber, Regen und Sonnenschein kutschiert hat und hofft, daß sie ihm das nicht allzu übel nehmen... ;-) Es kann losgehen, sobald das Wetter mitspielt!)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.03.2008, 09:54 
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Hallo Gärtner,

herzlichen Glückwunsch und viel Freude am neuen Hobby (wobei "Hobby" wohl das falsche Wort ist, denn Imkerei ist mehr als ein schnöder Zeitvertreib, ist eher eine Passion).

Du machst mich neugierig! Hatte es einen bestimmten Grund, deine Bienen von so weit heranzuschaffen? Warum keine Biene vom Nachbarimker???

joachim


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.03.2008, 11:42 
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Hallo,

Hans-Joachim Heyer hat geschrieben:
In meinem neuen Wohnort und dem für seine Streuobstwiese berühmten Mackenrodt (beispielsweise) http://www.erlebnisstreuobst.de/new/willkommen.php gibt es alte, große Obstbäume. Die Früchte schmecken 10 x besser und gespritzt wird meines Wissens nie. Ist auch nicht nötig. Ein Paradies auch für Bienen. DAS nenne ich Optimierung!

Statt um Antibiotika zu streiten, sollte man sich um Wiedereinführung der alten Obstsorten und jahrhundertealte Tradition des Obstbaus bemühen. Das würde zudem auch Arbeitsplättze schaffen - verspricht doch heute JEDER Politiker oder?
joachim


Du hast vollkommen Recht ! Wenn ich als Beispiel unsere Drohne hernehme. Er hat einen wunderbaren Bienengarten mit unzählichen Obstbäumen, die alle schon sehr selten sind. Von Forellenbirnenbäume, Wildkirschen oder Dirndln findet man dort alles. Die Bäume& Sträucher werden nie gespritzt und seine Bienen haben eine Paradies vor der Haustüre. Und das allerbeste daran ist, das es nichts besseres gibt, als wirklich frische Früchte aus seinem eigenen Garten. Ich bin gerne bei Drohne zu Besuch, besonders wenn die Bäume sich vor Obst biegen :lol: Und wie das alles lecker schmeckt !
Anderes Beispiel: Ich liebe die frischen Heidelbeeren von unserem Waldwanderplatz. Ja sie sind klein, und ja man muß länger suchen und sammeln damit man ein wenig zusammenbekommt - aber der Geschmack ist unvergleichbar. Letzten Winter hatte ich Gusto auf Heidelbeeren und habe mir eine Packung im nächsten Supermarkt gekauft. So große und im Geschmack grausliche Beeren habe ich mein Leben nicht gegessen. Ich habe die Packung dann mit den Beeren einfach vernichtet - nie wieder greife ich zu diesem Monsterbeeren !

@ gärtner: Ich wünsche Dir ein erfolgreiches Bienenjahr, Du hast Dir ein tolles "Hobby" ausgesucht, das Dir sicher viel Freude bringen wird ( und auch Freunde, die plötzlich Deinen Honig naschen wollen :lol: )

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 Betreff des Beitrags: Ja, die Familientradition...
BeitragVerfasst: 23.03.2008, 03:06 
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Liebe Sybill, lieber Joachim,

ich bedanke mich zu später Stund' in dieser Osternacht, während das Osterbrot im birkenholzbefeuerten Backofen heranreift, für Eure Glückwünsche, dich ich gut gebrauchen kann!

Der Grund dafür, daß ich meine ersten 2 Bienenvölker so weit von Österreich nach Brandenburg hergeholt habe, hat mit praktischen, aber auch mit symbolischen Gründen zu tun:

Mein Vater freut sich natürlich sehr, daß sein Sohnemann Franz III. im vergangenen Jahr auch endlich in die alte Familientradition der (Hobby-)Imkerei eingestiegen ist. Sosehr, daß er mir gleich 2 Kunstschwärme mit Reinzuchtköniginnen aus dem letzten Jahr vermacht hat. Das hat natürlich Symbolcharakter: er meint, er würde die Imkerei allerhöchstens noch 10 Jahre betreiben können (er ist 73), und hat jetzt gewissermaßen die Staffel an mich übergeben. Da ich auch etwas für Symbole übrig habe, kann ich damit sehr gut leben und freue mich riesig über die beiden kleinen Völker, die wir am Karfreitag früh, zum Vollmond und Frühlingsbeginn, aus dem von meinem Großvater gebauten Bienenhaus geholt und mit dem Segen meiner Mutter in mein Auto verladen haben.

Wir waren die ganze Karwoche mit den Vorbereitungen für diesen Umzug beschäftigt: Rähmchen genagelt und gedrahtet, Mittelwände gepreßt, eine Honigschleuder, einen Dampfwachsschmelzer und 2 Abfülltöpfe gebraucht und sonstigen Imkereibedarf (Smoker, etc.) neu gekauft, Zargen gereinigt, Leerwaben zusammengesucht usw. - mehr hätte auch nicht mehr ins Auto gepaßt...

Die 2 Bienenvölker haben den Transport offenbar gut überstanden, Karsamstag habe ich sie an ihrem neuen Standort in einer Ecke unseres Gartens aufgestellt, die Fluglöcher geöffnet (ein paar wenige wollten unbedingt raus), und die beiden Beuten warm eingepackt, damit die angekündigten Frostnächte den jungen Völkchen keinen Schaden zufügen.
Ehrlich gesagt, ich kann es kaum erwarten, daß das Wetter besser wird und die Damen endlich richtig fliegen und ich auch einmal hineinschauen kann. Ich werde berichten. Bitte Daumen drücken, damit wir die kommenden Wochen gut überstehen!

Im April bekomme ich noch 2 Völker von einem Imker aus dem südlichen Brandenburg. Mit diesem Grundstock hoffe ich, gut weiterarbeiten zu können.

Frohe Ostern!

franz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ja, die Familientradition...
BeitragVerfasst: 23.03.2008, 15:23 
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gärtner hat geschrieben:
Die 2 Bienenvölker haben den Transport offenbar gut überstanden, ...


Bis zu diesem Satz habe ich gehofft, es möge alles gut gegangen sein und Deine Eltern konnten eine Erfolgsmeldung zu Ostern erreichen. Ich denke dies werden nun ihre schönsten Osterfeiertage sein.

Auch von mir natürlich alles Gute und allerherzlichsten Dank für diesen wirklich sehr schönen Bericht. Einen noch schöneren zu Ostern kann man sich wirklich nicht mehr wünschen. Es wäre sehr nett erfahren zu dürfen, wenn die ersten prall gefüllten Honigwaben entnommen werden.


Zitat:
Zitat Sybill

Wenn ich als Beispiel unsere Drohne hernehme. Er hat einen wunderbaren Bienengarten mit unzählichen Obstbäumen, die alle schon sehr selten sind. Von Forellenbirnenbäume, Wildkirschen oder Dirndln findet man dort alles. Die Bäume& Sträucher werden nie gespritzt und seine Bienen haben eine Paradies vor der Haustüre. Und das allerbeste daran ist, das es nichts besseres gibt, als wirklich frische Früchte aus seinem eigenen Garten.


Stimmt Sybill, aber diese Erfolgsgeschichte habe ich dem Land NÖ zu verdanken. Hier gibt es jährlich eine Baum- und Sträucher Aktion, wobei die Landesregierung Baumschulen ermuntert, bereits längst vergessene Obstbäume in ihren Produktkatalogen wieder aufzunehmen. Als Vorbild gewissermaßen, kaufen diese riesige Mengen an Obstbäumen und verteilen diese zu lediglich 10 Euros an Gartenbesitzer.

Diese Baumaktion ist aber sehr streng -bei Sträuchern ist man etwas lockerer- und wird tatsächlich genauestens kontrolliert. Erst vor zwei Jahren fand bei mir eine Überprüfung statt, natürlich war alles bestens.

Angeboten werden ausnahmslos Hochstämme -mein Bravo dazu- und ausschließlich Raritäten die längst in Vergessenheit waren. So bekam ich bisher:

Apfel: Gravensteiner, Cox Orange, Maschantzker,
Quitten: Gelbmöstler, Apfelqutte und eine weitere unbekannte
Birne: Forellenbirne, Conference, Alexander Lukas, gute Luise, Williams Christ
Pflaumen: Ontario, große grüne Renekloden, Nacy Mirabelle, Hausmirabelle -sind die kleinen gelben, sehr süß im Geschmack und ideal zum brennen.
Marillen: Wachauer, ungarische Beste, Klosterneuburger
weiters 25 div. Walnussbäume und eine Menge Sträucher.
Insgesamt stehen bereits etwa 150 Obstbäume im Bienengarten, gespritzt wird natürlich niemals und alles ist selbstverständlich bereits Bio zertifiziert.

Ach ja, noch etwas: im Spätherbst bekam ich fünf echte Weingarten-Pfirsiche, natürlich auch Hochstämme. Diese haben eine rot/orange Schale und weißes Fruchtfleisch, sind seeehr lecker.

Josef

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... dessen schwarze Herzkirschen natürlich nicht gegessen wurden, sondern in den Maischefässern mit herrlichen Marillen und die Wette blubbern. Edelbrände, nennt man die für höhere Weihen bestimmte flüssigen Stoffe


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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 15.02.2009, 21:19 
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Hallo!

So, nun haben wir die Ergebnisse des Honigmonitorings 2008. Am 14.2. hatten wir die Jahreshauptversammlung des steirischen Imkerverbandes und es wurde davon berichtet.

Lediglich beim einem Imker :roll: wurden bei einer Probe 6ug/kg Streptomycin entdeckt (wer´s glaubt). Dieser hat auf eine Entsorung/Entschädigung verzichtet, weil er nicht viel Honig hat und diesen selbst verzehrt.
Der EU Grenzwert wurde von 20ug/kg auf 10ug/kg reduziert.
Meiner Meinung hatten wir Glück wegen des Feuerbrand ungünstigen Wetters vergangenes Jahr oder das Honigmonitoring wurde etwas zurückgehalten um den heimischen Markt nicht zu beunruhigen.

Jedenfalls wird das Honigmonitoring in der Steiermark 2009 wieder durchgeführt.
Der Einsatz von Streptomycin ist für dieses Jahr noch nicht freigegeben, zu rechnen ist aber damit.
Mal schauen was das Jahr bringt.

lg Christof

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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 28.02.2009, 20:13 
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Hallo Leute!

So, hab mal alles zu dem Thema Feuerbrand hier genauer durchgelesen. Nun bin ich insbesondere davon in meiner dienstl. Eignung davon betroffen, da ich amtl. Feuerbrandsachverständiger bin.
Zuerst einmal: Feuerbrand ist ein Bakterium und kein Pilz! wie die sehr ähnliche Monilia. Man kann ihn aber sehr leicht von dieser unterscheiden. (anderes Schnittbild, anderes - wenn auch ähnliches Erscheinungsbild.)
Optimale Verbreitung erlangt er eben zur Zeit der Obstblüte wenn: die Tagesdurchschnittstemperatur über 16 Grad Cel. liegt UND die rel. Luftfeuchte über 70%. Dadurch kann das Bakterium leicht durch das Zellgewebe der sehr empfindlichen Stempeln eintreten. Alte Kernobstsorten sind NICHT resistenter gegen eine allfällige Infektion....der Krankheitsverlauf ist in seiner Schnelligkeit vielleicht unterschiedlicher...das wars aber auch schon. Es bringt deshalb überhaupt nichts auf alte Sorten zu setzen. Manche Bäume sterben innerhalb einiger Wochen ab....einige wiederum (und das sind eigentlich die gefählichen weiteren Verbreiter) brauchen dazu unter Umständen auch 2 oder 3 Jahre.
Dadurch kann das Bakterium E. emilovora optimal von diesen altbefallenen Bäumen wieder eine Reinfektion optimal starten, wenn die Voraussetzungen dafür günstig sind.
In Erwerbsobstanbaugebieten ist das Amt. der jew. Landesregierung zuständig. In allen anderen Fällen sind die jeweiligen Gemeinden 1. Ansprechpartner. Diese haben speziell eingeschulte Beauftragte die vom Behördenforstdienst eingschult wurden. Wenn nun es sich ergibt, dass der Grundeigentümer aufgrund einer allfälligen positiven Beurteilng eines Befalls durch den Gemeindebeauftragten nicht roden will, so kommt nun der Behördenforstdienst der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft zum Zug. Von diesem wird eine Probe entnommen (heuer mit einem Schnelltester gleich festgestellt ob das Bakterium vorhanden ist oder nicht) und zur AGES eingesandt. Bei positiver Rückmeldung erfolgt über das Amt der jew. Landesregierung der Auftrag zur Rodung.
Ich kann nur jedem Grundeigentümer raten, wenn Feuerbrand im Umfeld massiv vorhanden ist, zuerst einmal KEINE Kernobstsorten setzen, sondern auf Steinobst ausweichen...und genau beobachten. Denn oft kann man die Bäume retten, wenn man schnell handelt und die entsprechend befallenen Äste abschneidet und entsorgt...sprich verbrennen. Bei einer großflächigeren Infetion des Baumes hilft einzig allein die Rodung....sonst nichts!!
Wie gesagt, es liegt im jeweiligen Handeln des Grundeigentümers...es hilft nichst, wenn diese wenig oder gar nichts tun....leider kommt das öfters vor als man zu meinen glaubt.
Betreffend des Einsatzes zu Streptomycin kann ich berichten, dass sehr strenge Auflagen angewendet werden und der Politik wie auch den Vertretern der Obstbauern auch durchaus bewußt ist, welch heikles Thema der Einsatz von Antibiotika ist.

Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit besteht im raschen und restriktiven Handeln!!!
Es ist eben so ähnlich wie bei der Varroamilbe.

Sollten Euch Fragen zu diesem Thema - welche auch immer es sind - drücken, so bitte mir ruhig stellen. Ich habe jede Menge Fotos zur Verfügung die das Erkennen leichter machen..naja...und aus einem leidgeprüften Dienstgebiet mit Feuerbrand sowieso eine Menge an Erfahrung zu diesem Thema.

liebe Grüße.....Arnold


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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 28.02.2009, 22:52 
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Arnie4bee hat geschrieben:
Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit besteht im raschen und restriktiven Handeln!!!

Sollten Euch Fragen zu diesem Thema - welche auch immer es sind - drücken, so bitte mir ruhig stellen. Ich habe jede Menge Fotos zur Verfügung die das Erkennen leichter machen..naja...und aus einem leidgeprüften Dienstgebiet mit Feuerbrand sowieso eine Menge an Erfahrung zu diesem Thema.

liebe Grüße.....Arnold


Ich hätte tausend Fragen Arnold, aber hier nun jene vor der ich am meisten Sorge habe: dazu folgendes, sämtliche Bäume und Sträucher inkl. Bienen meines riesigen Bienengartens sind bereits BIO zertifiziert und werden natürlich von mir persönlich bestens gepflegt. Darunter sind ganz seltene etwa 150 Hochstamm Obstbäume. Wenn ich nun einen allfälligen Verdacht an unsere Gemeinde melde, würden diese mit Sicherheit mit der Kettensäge anrücken. Das Motto lautet doch: sicher ist sicher und wer lange fragt geht lange irr.

Frage: wie kann ich mich und meinen Garten vor solch einer Meute schützen?.

Josef

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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 01.03.2009, 14:01 
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Josef, ich habe schon mal geschrieben, Streptomycin kann max 60 % Wirkung aufweisen, biologische Dünger die Kupfer als Acetat haben, haben mind. die gleiche Wirkung und sind biozugelassen.
Es wird hier den Leuten nicht mal die halbe Wahrheit gesagt, darf´s ein bisserl weniger sein.
Das Bakterium ist gegen Kupfer-, Mangan- und Zinkacetat wehrlos, es kann sich nicht vermehren - teilen und stirbt ab - übrigens, das ganze ist auch in ToBee enthalten - zur Info.
Gruß Einstein

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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 01.03.2009, 14:19 
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Und was würdest Du mir -uns- nun raten Einstein, sollte man in eventue eine Meldung machen, oder im Alleingang versuchen um einen allfällig befallenen Baum zu sanieren? Weitere Frage: wie heißt dieses Bekämpfungsmittel welches Bio zugelassen ist und wo kann man es bekommen?

Bei einem roten Ringlottenbaum war im vergangenen Jahr bereits Feuer auf dem Dach, gottlob stellte es sich als Monilia Befall -ist auch nicht lustig- heraus.

Josef

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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 01.03.2009, 14:41 
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Josef, Äpfel- und keine Steinobstbäume sind gefährdet.
Das Mittel kannst nirgends kaufen, es ist bekannt, dass die Acetate, die ich entwickelt habe gegen Feuerbrand wirken, weil ja bekannt ist, dass Kupfer usw. dagegen wirkt, es kostet aber beinahe nichts, daher kann keiner Geld verdienen, ergo keine Empfehlung, wenn die Blüte naht, dann schreibst mir und ich werde bekanntgeben, was wir dagegen machen können.
Albert

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 Betreff des Beitrags: Re: Steirische Bio-Imker wollen Antibiotika-Einsatz ....
BeitragVerfasst: 01.03.2009, 21:18 
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Ich habe zum Glück noch keine Erfahrungen mit dem Feuerbrand machen müssen - bei uns hier oben ist er glücklicherweise noch nicht eingetroffen, und ich hoffe sehr, dass er (im Gegensatz zur Kastanienminiermotte) den Weg nach Norddeutschland nicht findet.

Ich denke auch, daß ein möglichst schnelles Einschreiten die beste Möglichkeit der Bekämpfung darstellt: Großzügiger Schnitt bis zur Rodung und Verbrennen des befallenen Materials.
Die Schnittwerkzeuge müssen anschließend unbedingt desinfiziert werden!
Ich erlaube mir, den exakten wissenschaftlichen Namen des Feuerbrand-Bakteriums noch einmal zu nennen: Erwinia amylovora.

Zur Monilia-Spitzendürre (Monilia laxa): Diese befällt kein Kernobst, sondern nur Prunus-Arten, also Steinobst. Hier insbesondere das Mandelbäumchen (Prunus triloba) und die Sauerkirsche (Prunus cerasus), ganz besonders gerne die Sorte 'Schattenmorelle'. Ich habe allerdings auch schon Befall an Forsythien entdeckt, die ja etwa zeitgleich mit den frühen Prunus-Arten blühen.
Der Pilz nutzt ebenfalls - wie der Feuerbrand - die emfpindlichen Blütenteile Narbe und Stempel zum Eindringen in die Gehölze, so dass es in der Folge zum Absterben und Eintrocknen v.a. der blühenden Triebe kommt.
Die befallenen Triebe müssen so schnell wie möglich großzügig bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und vernichtet werden. Der Pilz ist aber bei weitem nicht so aggressiv wie der Feuerbrand, es kommt zwar zu einer Schwächung aber nicht zum Absterben der befallenen Gehölze.

Gruß, franz.

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Die Erde reicht für unsere Bedürfnisse,
aber nicht für unsere Gier.
(Mahatma Gandhi)


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